Der Museumszug am Kaiserstuhl
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Rebenbummler-Broschüre

Weiterführende Informationen zu den Museumsfahrzeugen und ihrer abwechslungsreichen Geschichte erhalten Sie in unserer Broschüre "Der Museumsdampfzug Rebenbummler" in der dritten überarbeiteten und verbesserten Auflage von 2001.
Die 95 Seiten starke Broschüre ist während der Zugfahrten erhältlich, kann direkt beim Verein bestellt werden oder ist über den Buchhandel lieferbar. Die reich bebilderte Broschüre beschreibt detailliert alle Museumsfahrzeuge, ihre abwechslungsreiche Geschichte und ihren Einsatz.

W. Müller-Rißmann, R. Humbach: Der Museumsdampfzug Rebenbummler: Beschreibung und Geschichte.
Herausgeber: Eisenbahnfreunde Breisgau e. V.. 3. erw. und verb. Aufl.,
Selbstverlag Eisenbahnbahnfreunde Breisgau e. V., Freiburg 2001,
Mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen im Maßstab 1:87,

Format: DIN A5 (95 Seiten),
ISBN: 3-9807900-0-2.
Verkaufspreis: 5,- Euro + Versandkosten.

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Geschichte der Kaiserstuhlbahn:
Von der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft zur SWEG.

Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts die wichtigsten großen Eisenbahnstrecken in Deutschland fertiggestellt waren, begannen mehrere private Eisenbahnunternehmen die verbliebenen Lücken im Eisenbahnnetz zu schließen. Diese auch als "Sekundärbahnen" bekannten Nebenbahnen dienten zur Erschließung vom ländlichen Raum oder als Vorortbahnen und wurden möglichst einfach und kostengünstig gebaut. Ein Pionier der Sekundärbahnen war der Berliner Unternehmer Herrmann Bachstein, dessen "Centralverwaltung für Secundairbahnen Herrmann Bachstein" seit den 1880er Jahren in ganz Deutschland eine Vielzahl von Nebenbahnen und Straßenbahnen erbaute und betrieb. Zu diesen Bahnen zählt auch die Kaiserstuhlbahn von Gottenheim über Riegel nach Breisach, die von einem Badischen Eisenbahnkonsortium unter Herrmann Bachstein erbaut und 1894/1895 in zwei Teilabschnitten eröffnet wurde.

Achslagerdeckel SEG Achslagerdeckel mit SEG-Schriftzug
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Durch die Zusammenfassung einer Reihe von Neben- und Straßenbahnbetrieben der Bachstein-Centralverwaltung in den heutigen Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen wurde 1895 die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft AG (SEG) mit Sitz in Darmstadt gegründet.
In Baden hatte das Badische Eisenbahnkonsortium unter Bachstein insgesamt fünf Bahnlinien erbaut, die in einer Erweiterungsrunde 1897 ebenfalls von der SEG übernommen wurden.

Dazu gehörten folgende Betriebe:

  • Mannheim-Weinheim-Heidelberg-Mannheimer Eisenbahn (Schmalspur, 1887 eröffnet, seit 1911 Oberrheinische Eisenbahn-Gesellschaft (OEG), heute MVV Verkehr AG)
  • Obere Wiesentalbahn Zell-Todtnau (Schmalspur, 1889 eröffnet, 1967 stillgelegt)
  • Karlsruher Lokalbahn (Schmalspur, 1890 eröffnet, 1915 Übernahme durch Stadt Karlsruhe)
  • Bregtalbahn Donaueschingen-Furtwangen (1892/1893 eröffnet, Abschnitt Furtwangen-Bräunlingen 1973 stillgelegt)
  • Kaiserstuhlbahn Gottenheim-Riegel-Breisach (1894/1895 eröffnet).

Neben einer Reihe von Straßen- und Vorortbahnen gehörten in ganz Deutschland insgesamt elf normalspurige Nebenbahnen zum SEG-Konzern. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab die SEG aus wirtschaftlichen Gründen bis 1954 alle Nebenbahnbetriebe ab. Als letzter SEG-Betrieb blieb danach nur noch die Essener Straßenbahn übrig, die 1954 zur Essener Verkehrs-AG (EVAG) umfirmierte.

Da die SEG Ende 1952 auch auf ihre verbliebenen Strecken in Baden verzichtet hatte übernahm 1953 das Land Baden-Württemberg die Strecken der Kaiserstuhl- und Bregtalbahn sowie das "Todtnauerli" Zell-Todtnau und gliederte sie in die Mittelbadische Eisenbahn-Gesellschaft AG (MEG) ein.

1971 vereinigte das Land Baden-Württemberg die MEG mit der Südwestdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft und wandelte diese in die Südwestdeutsche Eisenbahnen Aktiengesellschaft SWEG um (seit 1984 Südwestdeutsche Verkehrs-AG, SWEG). Im Rahmen der Modernisierung musterte die SWEG nach 1971 nach und nach viele alte Fahrzeuge aus und verkaufte sie. So konnten ab 1973 die Eisenbahnfreunde Breisgau e. V. eine komplette ehemalige SEG-Zuggarnitur der Kaiserstuhlbahn übernehmen und restaurieren, die seit 1978 dort als Museumdampfzug Rebenbummler fährt.
Die Kaiserstuhlbahn blieb als einzige ehemalige SEG-Normalspurstrecke komplett und vollständig im Betrieb erhalten und präsentiert sich heute als modernes und erfolgreiches Nahverkehrsunternehmen mit S-Bahn-Betrieb.

 

Der Rebenbummler als technisches Kulturdenkmal vom Kaiserstuhl

Am 5. März 2007 wurde das Fahrzeugensemble des Rebenbummlers als "technisches Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" in das Denkmalbuch eingetragen. Zu diesen historischen Fahrzeugen der Baujahre 1883 bis 1928 gehören die vereinseigene Dampflok 384, sechs Personenwagen, zwei Güterwagen sowie der noch nicht restaurierte Post-Packwagen 36.

Lok 384 von der Kaiserstuhlbahn Die denkmalgeschützte Lok 384 wurde 1927 für die Kaiserstuhlbahn beschafft.
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Vier dieser Fahrzeuge wurden von der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) direkt für die Kaiserstuhlbahn beschafft. Die übrigen Wagen kamen um 1953 von verschiedenen anderen ehemaligen SEG-Strecken aus Rheinhessen an den Kaiserstuhl und waren seitdem jahrzehntelang dort im Einsatz. Drei Wagen hatten um 1952/53 noch von der SEG komplett erneuerte und stark veränderte Holzaufbauten erhalten, andere Wagen wurden nur leicht modernisiert. So entsprechen die Fahrzeuge des Rebenbummlers dem Zustand zum Ende der SEG-Zeit bzw. der Zeit nach der Übernahme der Kaiserstuhlbahn durch die Mittelbadische Eisenbahn-Gesellschaft (MEG) im Jahre 1953.

Typische Merkmale für den Zustand Mitte der 1950er Jahre sind der einfache grüne Anstrich der Personenwagen, die Holzlattensitze und die dritte Klasse, die erst 1956 abgeschafft wurde.

Plattformwagen Ci-42 Gastell-Wagen-Innenansicht
Offene Plattform
von Wagen Ci 42
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Fahrkomfort von früher:
Holzlattensitze dritter Klasse und Fenster zum Öffnen
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Der Rebenbummler zählt damit zu den wenigen Museumsbahnen, bei denen historische Fahrzeuge auch auf ihrer alten Strecke im Einsatz sind, was im Vergleich zu vielen anderen Museums- und Touristikbahnen in Deutschland und in Europa eine seltene Ausnahme ist. So konnte ein herausragendes Stück Kaiserstühler Verkehrsgeschichte, Wirtschafts- und Technikgeschichte vor Ort museal erhalten werden.

 

Der Rebenbummler als SEG-Fahrzeugsammlung

Da die Kaiserstuhlbahn als einzige von ehemals elf SEG-Normalspurstrecken erhalten blieb, repräsentieren die Rebenbummler-Fahrzeuge zusätzlich die Geschichte des gesamten ehemaligen SEG-Konzerns. Zum Konzept der Sammlung gehören ebenso die historischen SEG-Fahrzeuge, die von den EFB nach der Stilllegung der Bregtalbahn übernommen wurden sowie weitere historische Fahrzeuge der Kaiserstuhlbahn. Der Rebenbummler ist die einzige erhaltene normalspurige SEG-Zuggarnitur, zugleich umfasst die Fahrzeugsammlung der Eisenbahnfreunde Breisgau e. V. mehr als die Hälfte aller überhaupt erhaltenen normalspurigen SEG-Fahrzeuge.